Von Meerjungfrauen und Tänzern

Ladies Latin Weekend 2018

Gestern kam die Zusage von einer tollen Tanzgruppe aus Genf ins Studio geflattert, und seitdem hüpfe ich auf und ab! Nicht nur, dass wir sowieso schon unglaublich gute Trainerinnen aus der Region und Ella Jauk aus Paris gewinnen konnten – jetzt gibt’s endlich auch mal einen Mann, der uns lange (und hübsche) Beine macht! High Heel Dance ist in aller Munde, auch gerne mal bei Männern – wer kennt nicht Yanis Marshall und seine Jungs? Ich könnte stundenlang seine Videos schauen, aber hilft ja alles nix: Selber ausprobieren! 🙂
Carlos, der Trainer der Gruppe, hab ich auf einer Mambo Party in Zürich kennengelernt: Super Typ und super Idee, eine Salsa-Show abzuliefern als Mann in Heels. Und dieser Name erst: The Mermaids and Him ❤ Die Anfahrt aus Genf ist leider sehr lange, deswegen gibt es “nur” einen Pre-Workshop vor der Party und natürlich eine Show in unserem Showblock abends.
Zurück zu den Meerjungfrauen, denn was wären sie ohne einen Tanzpartner am Abend? Die Planung der Salsa-Party läuft auf Hochtouren. Wir sind momentan kreativ am Rumhirnen, um euch etwas Ausgefallenes bieten zu können. Aber jetzt mal Schritt für Schritt, eins nach dem anderen und erstmal Kalender zücken: 3. Februar 2018! CHECK!

Hilfsbereitschaft: Tugend oder Dummheit?

Der erste Schnee, Lichterketten schmücken die Stadt und plötzlich wird es auch dem größten Winter-Muffel bewusst: Die Weihnachtszeit hat begonnen! Eine Zeit, in der sich der ein oder andere vielleicht bewusster um andere kümmert, Geld spendet, mehr mit Freunden und Familie unternimmt oder einfach HILFT. Auch beim Tanzen gibt es “Helfer”-Typen: Jemandem eine neue Figur zeigen oder sich Zeit – und oftmals auch Geduld 🙂 – nehmen, um mit dem Tanzpartner zu üben. Per Duden-Definition bedeutet Hilfsbereitschaft die Bereitschaft, anderen zu helfen, behilflich zu sein, um ein Problem/eine Situation/einen Mangel zu verbessern.
Freunde helfen Freunden, nicht wahr? Je enger die soziale Bindung zweier Menschen, desto mehr hilft man sich gegenseitig. Doch viele helfen auch, wenn man sich nicht gut oder garnicht kennt, weil mein von einer Idee begeistert ist oder die Not sieht. Ein wichtiger Faktor, ob man bereit ist zu helfen ist die Zeit. Ich finde, es ist sogar der größte Faktor, da man das größte Opfer dabei bringt: Lebenszeit. Die Zeit, die man auch in eigene Interesse investieren könnte. Ganz schön egoistisch, denkst du?
Das Thema beschäftigt mich auch als Hobbby-Tanzlehrerin, denn im Unterricht versuche ich nicht nur zu zeigen, sondern auch zu helfen, wenn es klemmt: Doch wieviel Zeit investiere ich in eine Person, wenn ich sehe, sie kommt nicht gut mit? Wieviel Zeit investiere ich in eine gründliche Unterrichtsvorbereitung? Wie oft unterrichte ich, anstatt die Zeit zu nutzen, um selbst Unterricht zu nehmen? Selbst wer damit sein Geld verdient, wird sich das das ein oder andere Mal fragen. Hilfsbereite Charaktere bewegen sich oft auf einem schmalen Grat in der Entscheidung zwischen “eigene Bedürfnisse hinten anstellen” und “Chancen nutzen und Erfahrungen sammeln”. Letztenendes ist meine eigene Hilfsbereitschaft eine Form von Wertschätzung für denjenigen, der mich um Hilfe bittet oder dem ich freiwillig Hilfe anbiete. Manchmal eröffnen sich dadurch sogar verschlossene Türen.
Um Hilfe zu bitten, fällt mir nicht immer einfach. “Selbst ist die Frau!”, irgendwie wurde ich unbewusst so erzogen 🙂 Doch bei der Organisation des Ladies Latin Weekends setze ich alles auf mein Team und deren individuellen Fähigkeiten. Wir sind nicht nur Tanzkollegen sondern auch Freunde, kennen uns gut, wissen wie der andere tickt – letzteres macht es nicht unbedingt immer einfacher, Leute… 😉
Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt von den Dingen, die ich von dem Team lerne. Oftmals staune ich nur, denn im Palladium ist echt alles vertreten: Techniker, Geek, Coach, Betreuer, Bastler, Schauspieler, Gestalter, Moderator, Träumer, Macher…
Das ist viel Wert. Und ganz bestimmt keine Dummheit.

Das Workshop-Potpourri

The more, the better – zugegebenermaßen lief es bei mir selbst früher auf den meisten Salsa-Festivals so ab: Erster Workshop 10:30 Uhr, zweiter Workshop 11:30 Uhr, dritter Workshop 12:30 Uhr….letzter Workshop 19:30 Uhr. Macht Spaß, fordert ungemein und bringt mit Sicherheit viel Fortschritt mit sich. Allerdings gab es für mich auch nie wirklich eine andere Option, denn wenn man einen Fullpass kaufte, hatte man ALLES -meint auf Schwäbisch: “Kauft isch kauft!”. Full = Alle Workshops von morgens bis abends. Schon geil! Aber – und nein, es liegt nicht am Alter 😉 – manchmal ist eine selektivere Auswahl doch besser, finde ich mittlerweile. Viele Organisatoren von Salsa-Festivals bieten daher zum Beispiel Beginnerpässe an. Eine feine Sache, Bedürfnis erfüllt. Tadaa! Da sich durch die Jahre einer meiner tänzerischen Fühler auch in Richtung Orientalischer Tanz ausstreckte, konnte ich hier einen direkten Vergleich starten, denn auf orientalischen Festivals bezahlt man immer pro Workshop. Das fand ich extrem gut SOLANGE man genau weiß, was man will/braucht/kann. Selbsteinschätzung heißt dann das Zauberwort, oder Herausforderung je nachdem 😉

Das Ladies Latin Weekend versucht beide Konzepte zu vereinen: Die eigene Selbsteinschätzung als Grundpaket und die Herausforderung in Form eines zusätzlichen Workshops. Dann heißt es plötzlich orientalische Isolationen kennenlernen, um “ausgelutschte” Salsa-Moves aufzupeppen. Oder doch lieber “Pachanga-Hardcore-Shines”, nachdem der Beginner-Workshop so eine richtig gute Grundlage gelegt hat. Mit dem Workshop-Plan habe ich versucht, alle Teilnehmerinnen zu fordern, Horizonte zu erweitern und dabei fit genug zu bleiben für eine schöne Abend-Party, das gemeinsame Brunchen mit Freunden oder eine Runde Spa-Auszeit…

Ich freu mich über eure Anregungen, Ideen und Kommentare!

5+1 Workshops, danke an meine Models Sarah und Fabiola 🙂

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Der erste große Meilenstein

Es ist offiziell: Das Datum für das erste Ladies Latin Weekend im Tanzstudio Palladium steht! Ich freu mich, denn aus Erfahrung ist es garnicht so einfach einen Termin zu finden an dem:

  • Alle Teammitglieder da sind
  • Keine Festivals im Umkreis anstehen
  • Alle eingeladenen Trainer Zeit haben
  • UND der Lieblings-DJ verfügbar ist 😉

Und wer kennt das nicht? Endlose Doodle-Listen mit Terminvorschlägen: “Ja, Wenn’s sein muss, Nein?!” Puh, das blieb mir zum Glück erspart! Carlo hatte den Termin ausgewählt und wie durch ein Wunder, passte es für alle. Der vorläufige Workshop-Plan ist auch schon in Bearbeitung, mein erster Blog aufgesetzt – ich würd’ sagen: Packen wir’s an! ❤

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Let’s get the planning started!