Hilfsbereitschaft: Tugend oder Dummheit?

Der erste Schnee, Lichterketten schmücken die Stadt und plötzlich wird es auch dem größten Winter-Muffel bewusst: Die Weihnachtszeit hat begonnen! Eine Zeit, in der sich der ein oder andere vielleicht bewusster um andere kümmert, Geld spendet, mehr mit Freunden und Familie unternimmt oder einfach HILFT. Auch beim Tanzen gibt es “Helfer”-Typen: Jemandem eine neue Figur zeigen oder sich Zeit – und oftmals auch Geduld 🙂 – nehmen, um mit dem Tanzpartner zu üben. Per Duden-Definition bedeutet Hilfsbereitschaft die Bereitschaft, anderen zu helfen, behilflich zu sein, um ein Problem/eine Situation/einen Mangel zu verbessern.
Freunde helfen Freunden, nicht wahr? Je enger die soziale Bindung zweier Menschen, desto mehr hilft man sich gegenseitig. Doch viele helfen auch, wenn man sich nicht gut oder garnicht kennt, weil mein von einer Idee begeistert ist oder die Not sieht. Ein wichtiger Faktor, ob man bereit ist zu helfen ist die Zeit. Ich finde, es ist sogar der größte Faktor, da man das größte Opfer dabei bringt: Lebenszeit. Die Zeit, die man auch in eigene Interesse investieren könnte. Ganz schön egoistisch, denkst du?
Das Thema beschäftigt mich auch als Hobbby-Tanzlehrerin, denn im Unterricht versuche ich nicht nur zu zeigen, sondern auch zu helfen, wenn es klemmt: Doch wieviel Zeit investiere ich in eine Person, wenn ich sehe, sie kommt nicht gut mit? Wieviel Zeit investiere ich in eine gründliche Unterrichtsvorbereitung? Wie oft unterrichte ich, anstatt die Zeit zu nutzen, um selbst Unterricht zu nehmen? Selbst wer damit sein Geld verdient, wird sich das das ein oder andere Mal fragen. Hilfsbereite Charaktere bewegen sich oft auf einem schmalen Grat in der Entscheidung zwischen “eigene Bedürfnisse hinten anstellen” und “Chancen nutzen und Erfahrungen sammeln”. Letztenendes ist meine eigene Hilfsbereitschaft eine Form von Wertschätzung für denjenigen, der mich um Hilfe bittet oder dem ich freiwillig Hilfe anbiete. Manchmal eröffnen sich dadurch sogar verschlossene Türen.
Um Hilfe zu bitten, fällt mir nicht immer einfach. “Selbst ist die Frau!”, irgendwie wurde ich unbewusst so erzogen 🙂 Doch bei der Organisation des Ladies Latin Weekends setze ich alles auf mein Team und deren individuellen Fähigkeiten. Wir sind nicht nur Tanzkollegen sondern auch Freunde, kennen uns gut, wissen wie der andere tickt – letzteres macht es nicht unbedingt immer einfacher, Leute… 😉
Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt von den Dingen, die ich von dem Team lerne. Oftmals staune ich nur, denn im Palladium ist echt alles vertreten: Techniker, Geek, Coach, Betreuer, Bastler, Schauspieler, Gestalter, Moderator, Träumer, Macher…
Das ist viel Wert. Und ganz bestimmt keine Dummheit.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s